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Helga und Peter J. König im Gespräch mit Sigrid, Winfried und Lukas Reh, Weingut Reh, Schleich/ Mosel

Liebe Familie Reh, dieser Tage haben wir 10 Ihrer Weine auf "Buch, Kultur und Lifestyle" vorgestellt. Deshalb auch möchten wir heute einige  Fragen an Sie richten.


Helga König: Damit unsere Leser eine Vorstellung haben wo das Familien-Weingut Reh zu finden ist, folgendes: In welcher deutschen Wein-Region ist das Familiengut zuhause und hier in welcher Winzer-Gemeinde? Zudem, was zeichnet das Wein-Gebiet aus, bezüglich des Terroirs und welche Besonderheiten gibt es ganz speziell über die Arbeitsmethoden hier zu erwähnen?

 Lukas, Winfried und Sigrid Reh
Sigrid Reh: Das Weingut Reh befindet sich in dem kleinen Ort Schleich an der Mittelmosel an der Römischen Weinstraße. Eingebettet ist es zwischen Mosel und den steilen Weinlagen des Schleicher Sonnenbergs. Unsere Weinbergflächen erstrecken sich über 10 Kilometer von Schleich über Pölich (Lagen: "Schleicher Sonnenberg", "Pölicher Held", "Mehringer Blattenberg", "Mehriner Zellerberg" und "Rioler Römerberg"). Hauptsächlich ist der Boden hier von verwittertem Schiefer geprägt. Besonders in der Steilstlage "Mehringer Blattenberg" findet man immer wieder kleine abgespaltene Schieferbrocken. Dieser graublaue Devon-Schiefer prägt natürlich das Terroir mit und verleiht den Weinen eine besondere unvergleichliche Mineraliät. 

Peter J. König: Wie lange existiert das Familien-Weingut Reh, wer ist heute für die Weine verantwortlich und welche Philosophie prägt das Weinmachen, bezüglich Weinbergspflege, Lese und Kellerwirtschaft? 

Winfried Reh: Unsere Familie lebt und arbeitet bereits 350 Jahre mit und für den Wein. In früheren Jahren geschah dies als Gemischtbetrieb- – heute als reiner Weinbaubetrieb. 50 % unserer Rebfläche befindet sich in Steil- und Steilstlagen mit Terrassen. Hier ist mechanisches Arbeiten unmöglich – alles geschieht von Hand. Verantwortlich für den Weinausausbau bin ich und mein Sohn Lukas. Gemeinsam mit der Natur sind wir bemüht, jeden Wein zu seiner eigenen Persönlichkeit reifen zu lassen. Das beginnt im Weinberg durch einen minimalen Anschnitt, eine späte Lese von gesundem und selektiertem Lesegut und eine kontrollierte, temperaturgesteuerte Gärung. 

Helga König: Wieviel ha Rebfläche wird kultiviert, welche Rebsorten werden hauptsächlich angebaut und wie stehen diese im Verhältnis zum vorherrschenden Terroir? 

Lukas Reh: Wir bewirtschaften 9.5 ha Rebfläche und bauen zu 85% Riesling an, zudem minimal Rivaner, seit 1993 Weißburgunder als Alternative zum Riesling. Dafür haben wir kräftige Schieferböden ausgesucht. Zudem bauen wir seit 1996 Spätburgunder an und seit 2016 Grauburgunder. 

Peter J. König: Der Klimawandel ist ein ganz spezielles Thema, das gerade die Winzer und den Weinanbau berührt. Welche Erfahrungen sind diesbezüglich von der Winzerfamilie Reh gemacht worden und wie wird darauf reagiert? 

Sigrid Reh: Die Jahreszeiten sind nicht mehr jene, die man von früher her noch kennt. Das Klima ist extremer geworden. So etwa im Hinblick auf die Temperaturen, Gewitter mit Hagel und ein wärmeres Frühjahr. Durch den wärmeren Frühling beginnt der Austrieb früher, dann kommt Frost, der dem Austrieb schadet. Insgesamt ist das Wetter unbeständiger geworden. Im Sommer ist viel Laubarbeitet angesagt, damit die Trauben gut belüftet bleiben. 

Helga König: Werden mittlerweile immer mehr mediterrane Rebsorten durch die Klimaveränderung angebaut, und wie wirkt sich dieser speziell auf den ganz klassischen Riesling aus?  

Winfried Reh: Wenn man unsere Burgundersorten den mediterranen hinzurechnet, dann gibt es seit 1993 Weissen Burgunder und seit 1996 Spätburgunder in unserem Weingut welche, allerdings weniger der Klimaveränderung wegen als der Alternative für unsere Kunden. Der Riesling soll Nr. 1 bei uns bleiben. Probleme zeigen sich bei ihm durch den Klimawandel bislang noch nicht. 

Peter J. König: Lagen, immer wieder die Frage nach den Lagen, denn hier entsteht der Wein. Welche besonderen Lagen gibt es im Familien-Weingut Reh und was zeichnet diese aus?

Lukas Reh: 1997 konnten wir mehrere Parzellen im Mehringer Blattenberg erwerben, darunter eine große arrondierte Terrassenanlage, die bereits 1900 angelegt wurde. Sie stellt ein kleines Kulturgut dar. Die untere Hälfte der Anlage verfügt über eine Schiefertreppe mit über 300 Stufen. Schiefer pur im gesamten Weinberg. Aus dem Herzstück dieses Weinbergs stammt unsere trockene Spätlese "Layet 1900". Layet ist übrigens der Katastername des Weinbergs. 

Helga König: Neugierig sind unsere Leser auch immer darauf wie die Weine tatsächlich schmecken, die hier vorgestellt werden. Gibt es einen Online-Shop, wo man die Weine vom Weingut Reh unmittelbar bestellen kann oder etwa die Möglichkeit sie per E-Mail, Fax oder Telefon zu ordern, nachdem man sie auf der Homepage sehen konnte? 

Weingut Reh
Sigrid Reh: Man kann bei uns direkt probieren, wenn man sich zuvor anmeldet. Man kann aber auch über E-Mail, Fax oder am Telefon bestellen und die Homepage nutzen. 

Peter J. König: Am authentischsten ist es allerdings die Weine dort zu probieren wo sie gewachsen sind und erzeugt wurden. Besteht die Möglichkeit einer Weinprobe im Gut, eines Hoffestes etwa oder einer Veranstaltung Vorort, wo man die Weine ausgiebig verkosten kann? 

 Lukas, Sigrid und Winfried Reh
Winfried Reh: Wie schon gesagt, man kann direkt bei uns nach vorheriger Anmeldung Weinproben machen. Zudem gibt es jedes Jahr in der dritten Woche im August eine Präsentation unserer Weine im Weingut. 

Helga König: Ebenfalls interessant ist es zu erfahren, wie der Winzer seine Weine selbst charakterisiert. Welche Besonderheiten verkörpern die Weine vom Weingut Reh, was zeichnet sie speziell aus? 

Lukas Reh: Wir erzeugen fruchtige, feinstrukturierte, mineralische Weine mit einem ausgewogenen Süß-Säure-Spiel. Wir bauen schonend aus und arbeiten mit der Natur. Ein Beispiel: Indem wir spät ernten hat sich die Säure von allein geregelt und nicht durch uns im Keller. 

Peter J. König: Neugierig sind die Leser auch immer darauf, ob die Weine prämiert worden sind oder besondere Auszeichnungen erhalten haben und ob sie bei den renommierten Weinführern Gault Millau, Eichelmann oder auch beim Feinschmecker besondere Erwähnung finden, wie sieht es damit aus? 

Winfried Reh: 2017 wurden wir 17 x mit Gold und 4 x mit Silber von der LWK ausgezeichnet. Zudem haben wir in den vergangenen Jahren 1 x den Großen Staatsehrenpreis und 9 x einen Staatsehrenpreis erhalten und werden von Eichelmann, Vinum, Gault Millau WeinGuide und Feinschmecker empfohlen.

Liebe Familie Reh wir danken Ihnen herzlich für das aufschlussreiche Gespräch.

Ihre Helga König, Ihr Peter J. König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie auf die Homepage des Weinguts Reh und können dort  die Weine und den Sekt  bestellen: https://www.weingut-reh.de/